Grosser Kampf ohne Belohnung
Leider wurde am vergangenen Freitag der aufopferungsvolle Kampf unserer 1. Herren in Haspe nicht belohnt.
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Am letzten Heimspieltag der 1. Regionalliga West unterliegt die BBG Herford überraschend mit 75:78 (20:17/17:22/29:19/9:20).
Vor Spielbeginn wärmten sich beide Mannschaften ein bisschen konzentrierter auf, als üblich. Mit Blick auf die Tabellenlage versuchten beide Coaches, sich bestmöglich für die Post-Season zu wappnen und entsprechend mit einem Sieg vom Parkett zu gehen. Verzichten mussten wir auf Michail Margaritis sowie Aleksander Mlodianovski. Doch auch der Gegner aus Olpe konnte mit lediglich 7 Spielern anreisen. Die ersten Punkte für unser Team erzielte Noah Wittmann mit einem gut herausgespielten Dreipunktwurf aus der Ecke. Doch auch die BG kam gut in die Partie und erarbeitete sich zwei gute Würfe aus dem Drive. Nach kurzer Verwirrung zurrten wir unsere Next-Defense jedoch eine Spur enger zusammen, was zu Ballverlusten der Gegner führte (7:6). Vor allem Daniel Sackey hatte schnelle Hände und konnte dem Starspieler der Back Flyz gleich drei Mal den Ball wegnehmen. Trotzdem hatten wir Schwierigkeiten damit, aus den Wurfgelegenheiten Zählbares zu machen, was auch am hohen Tempo der Partie lag. Dies machte sich im Verlauf des Viertels in der Foulstatistik bemerkbar. Die Unterbrechungen und Atempausen prägten den Rhythmus der folgenden Spielminuten. Der BG Olpe Siegen kam dies durchaus gelegen, denn so konnte die ohnehin dünne Personaldecke durchatmen und ihre Wurfquoten stabilisieren. Wir hingegen taten uns schwer, den Gameplan von Coach Chase Griffin mit viel Tempo und Druck am Ball umzusetzen. Dies änderte sich jedoch in den letzten 90 Sekunden des ersten Viertels, als wir gleich mehrfach erfolgreich im Fastbreak scoren konnten und die Gegner zur Auszeit griffen, um den Run zu stoppen. Trotzdem konnten wir das erste Viertel für uns entscheiden (20:17). Wir starteten mit einem gut herausgespielten Dreier in die Partie und wenngleich die Quote zu wünschen übrig ließ, konnte zumindest Noah Wittmann seine Qualitäten unter Beweis stellen. Abgesehen von diesem Lichtblick hatten wir allerdings weiterhin Schwierigkeiten, unserer Rolle als Favorit gerecht zu werden. Zwar gelangen uns immer wieder durch unsere Guards Jawaad Tonye-Biyik und Daniel Sackey, gute Looks zu kreieren; nutzen konnten wir diese Chancen jedoch nicht effektiv genug (29:23). Gleichzeitig nutzten die Black Flyz jede sich bietende Gelegenheit, um das Spieltempo zu ihren Gunsten zu beeinflussen und den Rückstand möglichst eng zu halten. Angeführt von einem gut aufgelegten Jeremiah Sparks, welcher zur Halbzeit bei 11 Zählern stand, konnten sie kurz vor der Pause sogar in Führung gehen, was die offensiven Schwierigkeiten und die fehlende Bereitschaft, das Momentum an sich zu reißen, klar wieder spiegelte (37:39).
Die zweite Halbzeit begann mit einem offenen Schlagabtausch beider Teams. Wir agierten mit deutlich mehr Härte in der Verteidigung, doch die BG fand mit guten Pässen recht zuverlässig Mittel gegen den gezeigten Druck. Da wir aber trotz einer nach wie vor schlechten Dreierquote aktiv beim Rebound arbeiteten, konnten wir zumindest unsere Fehlwürfe in Zählbares ummünzen (51:50). So blieb es auch im dritten Viertel eng; zusehends jedoch mit einem Shift im Spielrhythmus. War es in der ersten Halbzeit vor allem die Defense, welche beide Teams auszeichnete, waren es im dritten Viertel vor allem starke offensive Aktionen von Einzelspielern. Wilde Dreier von Olpes Guard Jacob Mampuya wurden von starken Würfen Timo Neunzlings erwidert, was das Publikum abwechselnd verstummen oder laut entzückt schreien ließ (64:56). Mit noch 60 Sekunden im dritten Viertel griffen die Gäste zur Auszeit, um das wiedergewonnene Momentum unserer Mannschaft zu unterbrechen und das Tempo von Daniel Sackey und Jawaad Tonne-Biyik zu bremsen. Im letzten Viertel gelang es der BG TVO/TV Jahn dann zu Beginn hervorragend, ihre Big Men ins Spiel zu bringen, was den erspielten Vorsprung wieder schwinden ließ (67:65). Wir hingegen agierten mit viel Unsicherheit im eigenen Spiel und ließen sogar offene Korbleger liegen, was die Partie zwar objektiv gesehen spannend, angesichts der Möglichkeiten jedoch frustrierend bleiben ließ (71:68). Um wieder mehr Kontrolle und Sicherheit in die Partie zu bringen, griff Headcoach Chase Griffin zur Auszeit, um mit vier verbleibenden Spielminuten letzte taktische Anpassungen vorzunehmen. Die Black Flyz witterten ihre Chance zur Sensation und warfen sich mit maximaler Energie in jeden Angriff und kämpften um jeden Ball. Gleichzeitig zogen sie ihr Pick&Roll hervorragend auf und fanden trotz enger Räume gute Abschlüsse (73:76). Und mit dieser Intensität gelang es den Gästen dann auch, den 75:78-Überraschungssieg aus der BBG-Arena zu entführen.